Changeling: The Dreaming – Darum geht es im Rollenspiel
Es gibt viele bekannte Rollenspiele und entsprechende Welten, die dadurch entstanden sind und permanent weiterentwickelt werden. Dazu gehört auch “Die Welt der Dunkelheit”, in der “Changeling: The Dreaming” angesiedelt ist. Das Pen-&-Paper-Rollenspiel erschien erstmals 1995 im White Wolf Verlag und ist auch auf Deutsch verfügbar.
In dieser Spielwelt geht es vor allem um Wechselbälger, die in ihrem Inneren die wiedergeborenen Seelen alter Feen tragen. In der Welt kommen aber auch Werwölfe, Vampire und Magier vor. Zum 20. Jubiläum ist eine besondere Ausgabe erschienen, die es mittlerweile auch auf Deutsch gibt. Wer heute mit “Wechselbalg: Der Traum” beginnen möchte, der kann getrost zur Jubiläumsausgabe greifen, die einige Vorteile mit sich bringt. Worum es in dem Spiel genau geht und wie gespielt wird, gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
Changeling: The Dreaming
Der Reiz von Pen-&-Paper-Rollenspielen besteht darin, dass man wirklich in ganz unterschiedliche Welten abtauchen und dabei ganz frei die Charaktere entwickeln kann. In vielen Spielen dieser Art geht es um klassische Fantasy und Helden, aber nicht so in “Changeling: The Dreaming”, das in Deutschland als “Wechselbalg: Der Traum” erschienen ist. Das Spiel gehört zur “Welt der Dunkelheit”, womit eher klassische Horrorszenarien bedient werden. Wer also beispielsweise Fan klassischen Horrors mit Vampiren und Werwölfen ist, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Im Fall von “Changeling” geht es allerdings konkreter um Wechselbälger, die seltener in Spielen behandelt werden.
Wechselbälger sind interessante Wesen, die in der Fantasy seltener zum Zug kommen. Es sind sterbliche Menschen, die allerdings die Seelen alter Feen in sich tragen. Durch ein Erweckungserlebnis kann sich der Mensch seiner Feennatur bewusst werden, lebt aber grundsätzlich in zwei unterschiedlichen Realitäten. Neben der normalen Alltagswelt lebt ein Wechselbalg noch im “Traum”. Es braucht magische Energie, damit ein Wechselbalg nicht seine Feenseele vergisst. Diese Figuren sind bereits in mittelalterlichen Texten vorgekommen und wurden von Autor Mark Rein Hagen ins Spiel in der “Welt der Dunkelheit” integriert. Erstmals veröffentlicht wurde das Spiel 1995 im Verlag White Wolf. Der Verlag Feder und Schwert ist für die deutsche Veröffentlichung verantwortlich.
Geschichte und Feudalsystem
Im Rollenspiel „Changeling“ gibt es ein interessantes Spannungsfeld zwischen Fantasie und Realität. Glaube und Magie werden zunehmend aus der Welt verdrängt, während wissenschaftliches Denken und Logik an Bedeutung gewinnen. Dadurch sind auch die Wechselbälger in Gefahr, die daher immer häufiger ihre Feenseele vergessen. Gespielt wird klassisch mit einer Spielleitung und den Spielern, wobei jeder davon in die Rolle eines Wechselbälgers schlüpft. In der Regel treten sie als Gruppe auf. Die anstehenden Herausforderungen werden mit einem W10 Würfel entschieden, also einem Würfel mit zehn Seiten. Anhand ihrer Attribute können Spieler entsprechend die Welt beeinflussen.
Interessant an diesem Pen-&-Paper ist, dass es immer zwei Ebenen gibt, in denen die Wechselbälger leben. Einmal die Welt der Sterblichen und die Traumwelt, sodass beispielsweise ein Objekt gleichzeitig Besen als auch magisches Schwert sein kann. Die Wechselbälger gehören zur Feengesellschaft, die sich in verschiedene Volksstämme aufteilt. Die Hierarchie der Gesellschaft ist feudal aufgebaut. Es gibt also politische Intrigen, alte Eide und auch Hoftstaaten. Gleichzeitig gibt es aber auch Überschneidungen mit anderen Elementen der “Welt der Dunkelheit”. So können Spieler sehr wohl auch auf Vampire, Werwölfe und andere Wesen treffen.
Die Jubiläumsausgabe
Zum 20. Jubiläum wurde eine spezielle Ausgabe herausgebracht, die im Deutschen von Ulisses Spiele veröffentlicht wurde. Mit der C20-Edition wurden die Regeln der ersten beiden Editionen zusammengefasst und aktualisiert und außerdem um ein umfangreiches Material ergänzt. Enthalten sind also die zusammengeführten Regeln der bekannten Feenvölker wie Selkies, Sidhe und Clurichaun und ein überarbeitetes Magiesystem. Auch wurde noch einmal nach 20 Jahren die Welt des Traums zusammengefasst.
Mehr noch gibt es in der besonderen Ausgabe neue politische Systeme, neue Regeln für eigene Adelshäuser und Einblicke in den Schattenhof. Mit dem Quellenband zu den Zufluchtsorten der Wechselbälgern, einem Kith-Quellenband Heinzelmännchen und dem Einsteigermaterial ist die Jubiläumsausgabe definitiv empfehlenswert.
Die Welt der Dunkelheit
“Wechselbalg: der Traum” ist nur ein Teil einer viel größeren Spielwelt, die es zu entdecken lohnt. Mittlerweile gibt es zwei düstere Universen mit dem Namen “Welt der Dunkelheit”, die auf interessante Weise in die Bereiche Gothic und Horror vorstoßen. Ursprünglich wurden sie vom US-amerikanischen Verlag White Wolf entwickelt. Es gibt in diesen Welten Vampire, Werwölfe, Magier, Dämonen und auch Feen, die verborgen im Schatten der normalen menschlichen Gesellschaft leben. White Wolf gibt es seit 2012 nicht mehr. Die Rechte für die Universen gingen an den schwedischen Publisher Paradox Interactive über, der White Wolf als neue Einheit im Unternehmen gestartet hat.
Innerhalb dieser Universen – World of Darkness und Chronicles of Darkness – gibt es verschiedene Rollenspiele, die seit Jahren herausgebracht werden. “Changeling: The Dreaming” beschäftigt sich dabei mit den Feen und Wechselbälgern. Es gibt außerdem noch “Vampire: The Masquerade”, “Werewolf: The Apocalypse”, “Mage: The Ascension”, “Wraith: The Oblivion / Orpheus”, “Demon: The Fallen”, “Hunter: The Reckoning”, “Mummy: The Resurrection” und “Kindred of the East”. Für beide Universen gibt es auch Live-Rollenspiele, ebenso ein MMORPG-Projekt. Wer sich also für klassischen Horror interessiert, der dürfte sich in diesen Spielwelten, für die es auch Einsteigerszenarien gibt, sehr wohlfühlen.
Changeling: The Dreaming – das Fazit